BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie 05/26: Umsätze der Ernährungsindustrie leicht gestiegen

Frisch gebackene Brote auf einem Förderband in einer modernen Großbäckerei: Automatisierte Produktion von Backwaren in der Lebensmittelindustrie mit industrieller Verarbeitung und Verpackung frischer Brotprodukte.Quelle: Nander / Adobe Stock

Konjunktur

Die deutsche Ernährungsindustrie verzeichnete im Februar 2026 ein preisbereinigtes Umsatzplus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Ausland stieg der preisbereinigte Umsatz um 2,9 Prozent. Der Inlandsumsatz sank gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent.

Insgesamt erzielten die Lebensmittelhersteller einen nominalen Umsatz von 18,2 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Davon entfielen 11,2 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft (−2,7 Prozent). Der nominale Auslandsumsatz belief sich auf 7,0 Milliarden Euro und lag damit um 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Ausfuhrpreise sanken um 3,9 Prozent, während die Inlandsverkaufspreise um 1,7 Prozent zurückgingen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,9 Prozent. Dieser Index misst die reale Produktionsmenge und ist um Preisveränderungen bereinigt.

Rohstoffe

Agrarrohstoffe und Energie zählen zu den zentralen Kostentreibern in der Lebensmittelproduktion. Preissteigerungen in diesen Bereichen schlagen oft mit zeitlicher Verzögerung auf die gesamte Wertschöpfungskette durch und beeinflussen letztlich auch die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.

Agrarrohstoffe

Die Preise auf den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten werden maßgeblich von Angebot und Nachfrage bestimmt. Der FAO Food Price Index – als Barometer für weltweite Nahrungsmittelpreise – sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Erzeugnisse gelten daher als wichtige Frühindikatoren für die weitere Preisentwicklung.

Im April stieg der FAO Food Price Index auf 130,7 Punkte. Dies entspricht einem Anstieg von 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Drei der fünf Teilindizes stiegen an, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Den stärksten Anstieg verzeichneten pflanzliche Öle mit 5,9 Prozent, gefolgt von Fleisch mit 1,2 Prozent und Getreide mit 0,8 Prozent. Der Preisindex für Zucker sank um 4,7 Prozent, die Preise für Milchprodukte sanken zuletzt um 1,1 Prozent.

Im Februar lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte 0,6 Prozent über dem Niveau des Vormonats und 10,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse stiegen im Monatsvergleich um 4,0 Prozent und lagen im Jahresvergleich 11,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. So lag der Preisindex für Spargel 48,6 Prozent über dem Wert des Vorjahres, während der Preisindex für Speisekartoffeln 54,2 Prozent darunter lag.

Produkte tierischer Herkunft verzeichneten im Februar einen Rückgang von 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen im Jahresvergleich 10,3 Prozent im Minus. Deutlich gestiegen ist hingegen der Preisindex für Rinder, der im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,1 Prozent zulegte. Der Preisindex für Schweine gab im Vorjahresvergleich um 12,9 Prozent nach.

Energierohstoffe

Laut dem Statistischen Bundesamt verzeichneten die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im März folgende Entwicklungen: Die Preise für Erdgas (verflüssigt oder gasförmig) stiegen im Vergleich zum Vormonat um 8,8 Prozent. Der Preisindex für Erdöl steig um 14,8 Prozent, der für Braunkohle blieb hingegen mit 0,0 Prozent unverändert. Die Erzeugerpreise für Erdgas stehen damit beispielsweise rund 176 Prozent über dem Niveau von Anfang 2020.

Ausblick: Geschäftsklima

Der monatlich veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtiger Indikator für die Stimmung und Erwartungen in der Ernährungsindustrie. Im April steig der Index gegenüber dem Vormonat. Der Saldo des Geschäftsklimas stieg um 1,2 Punkte auf 89,7 Punkte und liegt damit weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten.

Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage sank auf ein Saldo von 84,8 Punkten. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate fielen im Vergleich zum Vormonat deutlich besser aus: Der Erwartungssaldo stieg auf 94,7 Punkte.

Die Mehrheit der Unternehmen rechnet mit negativen Geschäftserwartungen. Nur 20,8 % der Befragten erwarten eine Verbesserung, während 36,5 % mit einer Verschlechterung rechnen.

Konsumklima und Verbraucherpreise

Das GfK-Konsumklima ist ein zentraler Indikator für die Verbraucherstimmung in Deutschland. Im April sank der Index von minus 24,8 auf minus 28,1 Punkte. Für April wird jedoch mit einem weiteren Abfall auf minus 33,3 Punkte gerechnet.

Im März 2026 stiegen die allgemeinen Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent. Die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im gleichen Zeitraum hingegen um 0,1 Prozent.

Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise um 1,3 Prozent und die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

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