Konjunktur
Die deutsche Ernährungsindustrie erzielte im Juli 2026 einen nominalen Gesamtumsatz von 20,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Davon entfielen 12,7 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft, das gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 Prozent zulegte. Der nominale Auslandsumsatz belief sich auf 7,6 Milliarden Euro und lag damit 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Gleichzeitig nahm die abgesetzte Menge gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 Prozent zu. Sowohl im Inland als auch im Ausland stieg die abgesetzte Menge jeweils um 1,4 Prozent.

Die rückläufige nominale Umsatzentwicklung ist dabei vor dem Hintergrund sinkender Preise zu betrachten. Die Ausfuhrpreise lagen 5,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, die Inlandsverkaufspreise gingen um 3,7 Prozent zurück. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex lag 0,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Rohstoffmärkte
Agrarrohstoffe und Energie zählen zu den zentralen Kostentreibern in der Lebensmittelproduktion. Preissteigerungen in diesen Bereichen schlagen oft mit zeitlicher Verzögerung auf die gesamte Wertschöpfungskette durch und beeinflussen letztlich auch die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.
Agrarrohstoffe
Die Preise auf den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten werden maßgeblich von Angebot und Nachfrage bestimmt. Der FAO Food Price Index – als Barometer für weltweite Nahrungsmittelpreise – sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Erzeugnisse gelten daher als wichtige Frühindikatoren für die weitere Preisentwicklung.
Im September stieg der FAO Food Price Index um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und lag damit 5,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Drei der fünf Teilindizes legten im Monatsvergleich zu. Den stärksten Anstieg verzeichnete der Preisindex für Zucker mit 6,1 Prozent, gefolgt von Getreide mit 5,1 Prozent und pflanzlichen Ölen mit 0,9 Prozent. Rückläufig entwickelten sich dagegen die Fleischpreise mit einem Minus von 1,1 Prozent sowie die Preise für Milchprodukte mit einem leichten Rückgang von 0,1 Prozent.

Im Juli lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte 0,5 Prozent über dem Niveau des Vormonats und 13,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse stiegen im Monatsvergleich um 4,6 Prozent, lagen jedoch 4,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Dabei lag der Preisindex für Gurken 48,9 Prozent über dem Vorjahreswert, während der Preisindex für Speisekartoffeln 45,4 Prozent darunter lag.
Die Preise für Produkte tierischer Herkunft sanken im Juli gegenüber dem Vormonat um 1,9 Prozent und lagen im Jahresvergleich 18,6 Prozent niedriger. Gegenläufig entwickelte sich der Preisindex für Eier, der gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,2 Prozent zulegte. Der Preisindex für Milch ging im Vorjahresvergleich hingegen um 24,8 Prozent zurück.

Energierohstoffe
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts entwickelten sich die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Juli unterschiedlich. Die Preise für Erdgas in verflüssigter oder gasförmiger Form stiegen gegenüber dem Vormonat um 10,7 Prozent. Dagegen sank der Preisindex für Erdöl um 10,1 Prozent und der für Braunkohle um 14,0 Prozent. Die Erzeugerpreise für Erdgas lagen damit rund 243 Prozent über dem Niveau von Anfang 2020.
Ausblick: Geschäftsklima
Der monatlich veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtiger Indikator für die Stimmung und Erwartungen in der Ernährungsindustrie. Im September verbesserte sich das Geschäftsklima nur leicht und verbleibt auf niedrigem Niveau. Der Saldo stieg um 1,4 Punkte von minus 11,8 Punkten im August auf minus 10,4 Punkte im September.
Die aktuelle Geschäftslage verbesserte sich leicht: Der entsprechende Saldo erhöhte sich um 3,6 Punkte von minus 3,7 auf minus 0,1 Punkte. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate trübten sich hingegen leicht ein. Der Erwartungssaldo sank um 0,6 Punkte von minus 19,6 auf minus 20,2 Punkte. Während 10,1 Prozent der befragten Unternehmen mit einer Verbesserung rechnen, erwarten 30,3 Prozent eine Verschlechterung. Damit überwiegen weiterhin die pessimistischen Geschäftserwartungen.

Konsumklima und Verbraucherpreise
Das GfK-Konsumklima ist ein zentraler Indikator für die Verbraucherstimmung in Deutschland. Im September lag der Index bei revidiert minus 26,8 Punkten. Für Oktober wird mit einer deutlichen Verschlechterung um 3,8 Punkte auf minus 30,6 Punkte gerechnet.
Im August 2026 stiegen die allgemeinen Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke gingen im gleichen Zeitraum hingegen leicht um 0,1 Prozent zurück.
Im Jahresvergleich lagen die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke um 0,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent.


