Konjunktur
Die deutsche Ernährungsindustrie verzeichnete im Juni 2026 preisbereinigt ein Umsatzplus von 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dabei stieg der preisbereinigte Auslandsumsatz um 7,3 Prozent, während der Inlandsumsatz um 5,2 Prozent zulegte.
Nominal erzielten die Lebensmittelhersteller einen Gesamtumsatz von 20,0 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Davon entfielen 12,5 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft, das damit um 1,3 Prozent zulegte. Der nominale Auslandsumsatz belief sich auf 7,5 Milliarden Euro und lag 1,7 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Ausfuhrpreise sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,2 Prozent, die Inlandsverkaufspreise gingen um 3,7 Prozent zurück. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex lag 3,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Index bildet die Entwicklung der realen Produktionsmenge unabhängig von Preisveränderungen ab.

Rohstoffmärkte
Agrarrohstoffe und Energie zählen zu den zentralen Kostentreibern in der Lebensmittelproduktion. Preissteigerungen in diesen Bereichen schlagen oft mit zeitlicher Verzögerung auf die gesamte Wertschöpfungskette durch und beeinflussen letztlich auch die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.
Agrarrohstoffe
Die Preise auf den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten werden maßgeblich von Angebot und Nachfrage bestimmt. Der FAO Food Price Index – als Barometer für weltweite Nahrungsmittelpreise – sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Erzeugnisse gelten daher als wichtige Frühindikatoren für die weitere Preisentwicklung.
Im August stieg der FAO Food Price Index um 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat und lag damit 2,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Alle fünf Teilindizes legten im Monatsvergleich zu. Den mit Abstand stärksten Anstieg verzeichnete der Preisindex für Zucker mit 11,9 Prozent, gefolgt von Milchprodukten und Getreide mit Zuwächsen von 2,3 beziehungsweise 2,2 Prozent. Die Fleischpreise stiegen um 1,0 Prozent, während pflanzliche Öle um 0,6 Prozent zulegten.

Im Juni lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte 1,7 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und 13,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse sanken im Monatsvergleich um 3,1 Prozent und lagen im Jahresvergleich 6,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dabei lag der Preisindex für Gurken 30,3 Prozent über dem Vorjahreswert, während der Preisindex für Speisekartoffeln 35,9 Prozent darunter lag.
Die Preise für Produkte tierischer Herkunft sanken im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent und lagen im Jahresvergleich um 17,8 Prozent niedriger. Deutlich gestiegen ist hingegen der Preisindex für Eier, der gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,0 Prozent zulegte. Der Preisindex für Milch gab im Vorjahresvergleich um 25,4 Prozent nach.

Energierohstoffe
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts entwickelten sich die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Juni wie folgt: Die Preise für Erdgas in verflüssigter oder gasförmiger Form stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent. Der Preisindex für Erdöl sank um 8,0 Prozent, während der Preisindex für Braunkohle um 6,3 Prozent stieg. Die Erzeugerpreise für Erdgas lagen damit rund 221 Prozent über dem Niveau von Anfang 2020.
Ausblick: Geschäftsklima
Der monatlich veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtiger Indikator für die Stimmung und Erwartungen in der Ernährungsindustrie. Im August verbesserte sich das Geschäftsklima erneut. Der Saldo stieg um 4,8 Punkte von -16,6 Punkten im Juli auf -11,8 Punkte im August.
Deutlich positiver wurde die aktuelle Geschäftslage beurteilt: Der entsprechende Saldo erhöhte sich um 11,1 Punkte von -14,8 auf -3,7 Punkte. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate trübten sich hingegen leicht ein. Der Erwartungssaldo sank um 1,3 Punkte von -18,3 auf -19,6 Punkte. Während 12,6 Prozent der befragten Unternehmen mit einer Verbesserung rechnen, erwarten 32,2 Prozent eine Verschlechterung. Damit überwiegen weiterhin die pessimistischen Geschäftserwartungen.

Konsumklima und Verbraucherpreise
Das GfK-Konsumklima ist ein zentraler Indikator für die Verbraucherstimmung in Deutschland. Im August lag der Index bei revidiert minus 29,4 Punkten. Für September wird mit einer deutlichen Verbesserung um 2,8 Punkte auf minus 26,6 Punkte gerechnet.
Im Juli 2026 stiegen die allgemeinen Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent. Auch die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im gleichen Zeitraum leicht um 0,1 Prozent.
Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise um 0,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent.


