Konjunktur
Die deutsche Ernährungsindustrie verzeichnete im April 2026 ein preisbereinigtes Umsatzminus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Auslandsumsatz stieg preisbereinigt um 1,2 Prozent, während der Inlandsumsatz gegenüber dem Vormonat um 4,0 Prozent sank.
Die Lebensmittelhersteller erzielten insgesamt einen nominalen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Davon entfielen 12,1 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft, ein Minus von 6,8 Prozent. Der nominale Auslandsumsatz belief sich auf 7,2 Milliarden Euro und lag damit 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Ausfuhrpreise sanken um 4,8 Prozent, während die Inlandsverkaufspreise um 2,9 Prozent zurückgingen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex blieb gegenüber dem Vorjahresmonat unverändert (0,0 Prozent). Dieser Index misst die reale Produktionsmenge und ist um Preisveränderungen bereinigt.

Rohstoffmärkte
Agrarrohstoffe und Energie zählen zu den zentralen Kostentreibern in der Lebensmittelproduktion. Preissteigerungen in diesen Bereichen schlagen oft mit zeitlicher Verzögerung auf die gesamte Wertschöpfungskette durch und beeinflussen letztlich auch die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.
Agrarrohstoffe
Die Preise auf den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten werden maßgeblich von Angebot und Nachfrage bestimmt. Der FAO Food Price Index – als Barometer für weltweite Nahrungsmittelpreise – sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Erzeugnisse gelten daher als wichtige Frühindikatoren für die weitere Preisentwicklung.
Im Juni sank der FAO Food Price Index auf 130,3 Punkte. Dies entspricht einem Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Zwei der fünf Teilindizes stiegen an: Den stärksten Anstieg verzeichnete der Preisindex für pflanzliche Öle mit 3,8 Prozent, gefolgt von Fleisch mit 0,4 Prozent. Rückläufig entwickelten sich dagegen Zucker mit einem Minus von 5,7 Prozent, Getreide mit minus 3,5 Prozent sowie Milchprodukte mit minus 1,5 Prozent.

Im April lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte 1,5 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und 12,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse sanken im Monatsvergleich um 4,2 Prozent und lagen im Jahresvergleich 12,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dabei lag der Preisindex für Tomaten 58,2 Prozent über dem Vorjahreswert, während der Preisindex für Speisekartoffeln 54,7 Prozent darunter lag.
Die Preise für Produkte tierischer Herkunft stiegen im April gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent, lagen im Jahresvergleich jedoch 12,4 Prozent im Minus. Deutlich gestiegen ist hingegen der Preisindex für Kälber, der gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,9 Prozent zulegte. Der Preisindex für Schweine gab im Vorjahresvergleich um 11,6 Prozent nach.

Energierohstoffe
Laut dem Statistischen Bundesamt entwickelten sich die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im April wie folgt: Die Preise für Erdgas, ob verflüssigt oder gasförmig, stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Der Preisindex für Erdöl stieg um 11,9 Prozent, der für Braunkohle um 7,8 Prozent. Die Erzeugerpreise für Erdgas lagen damit rund 221 Prozent über dem Niveau von Anfang 2020.
Ausblick: Geschäftsklima
Der monatlich veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtiger Indikator für die Stimmung und Erwartungen in der Ernährungsindustrie. Im Juni sank der Index gegenüber dem Vormonat. Das Geschäftsklima ging um 7,3 Punkte auf 84,9 Punkte zurück und liegt damit weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten.
Auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verschlechterte sich und sank auf einen Saldo von 86,5 Punkten. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate fielen gegenüber dem Vormonat ebenfalls schwächer aus: Der Erwartungssaldo sank auf 83,3 Punkte.
Der Anteil der Unternehmen mit rückläufigen Geschäftserwartungen überwiegt weiterhin deutlich: Während 9,2 Prozent der Befragten mit einer Verbesserung rechnen, erwarten 37,3 Prozent eine Verschlechterung.

Konsumklima und Verbraucherpreise
Das GfK-Konsumklima ist ein zentraler Indikator für die Verbraucherstimmung in Deutschland. Im Juni stieg der Index von minus 33,1 auf minus 29,7 Punkte. Für Juli wird mit einer weiteren leichten Erholung auf minus 29,2 Punkte gerechnet.
Im Mai 2026 sanken die allgemeinen Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Auch die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke gingen im gleichen Zeitraum um 0,8 Prozent zurück.
Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise um 0,7 Prozent und die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat.


