BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie 02/26: Umsatz der Ernährungsindustrie leicht gesunken

Brötchen auf einem LaufbandQuelle: AdobeStock 634447837

Konjunktur

Die deutsche Ernährungsindustrie verzeichnete im November 2025 ein preisbereinigtes Umsatzminus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch im Ausland sank der preisbereinigte Umsatz um 3,1 Prozent. Der Inlandsumsatz stieg im Vergleich zum Vormonat um 1,0 Prozent. Insgesamt erzielten die Lebensmittelhersteller einen nominalen Umsatz von 19,9 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Davon entfielen 12,6 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft, was einem nominalen Zuwachs von 1,9 Prozent entspricht. Der nominale Auslandsumsatz belief sich auf 7,3 Milliarden Euro, ein Minus von 2,7 Prozent.

Die Ausfuhrpreise stiegen weiter um 0,5 Prozent, während die Inlandsverkaufspreise um 0,9 Prozent zunahmen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 Prozent. Der Index misst die real produzierte Gütermenge, bereinigt um Preisveränderungen.

Rohstoffmärkte

Agrarrohstoffe und Energie zählen zu den zentralen Kostentreibern in der Lebensmittelproduktion. Preissteigerungen in diesen Bereichen schlagen oft mit zeitlicher Verzögerung auf die gesamte Wertschöpfungskette durch und beeinflussen letztlich auch die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.

Agrarrohstoffe

Die Preise auf den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten werden maßgeblich von Angebot und Nachfrage bestimmt. Der FAO Food Price Index – als Barometer für weltweite Nahrungsmittelpreise – sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Erzeugnisse gelten daher als wichtige Frühindikatoren für die weitere Preisentwicklung.

Im Januar sank der FAO Food Price Index auf 123,9 Punkte. Das entspricht einem Minus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Drei der fünf Teilindizes gingen zurück, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Den stärksten Rückgang verzeichnete Zucker mit 19,2 Prozent, gefolgt von Milchprodukten mit 14,9 Prozent und Getreide mit 3,9 Prozent. Der Preisindex für Öle stieg um 10,2 Prozent, der für Fleisch um 6,1 Prozent.

Im November lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte 2,6 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und 5,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau Anfang 2020 entspricht dies jedoch einem Anstieg von rund 27 Prozent.

Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse stiegen im Monatsvergleich um 0,5 Prozent und lagen im Jahresvergleich 11,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. So lag der Preisindex für Champignons rund 6,6 Prozent über dem Wert des Vorjahres, während der Preisindex für Speisekartoffeln 45,6 Prozent darunter lag.

Produkte tierischer Herkunft verzeichneten im November einen Rückgang von 4,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen im Jahresvergleich 2,3 Prozent im Minus. Deutlich gestiegen ist hingegen der Preisindex für Rinder, der im Vergleich zum Vorjahresmonat um 28,7 Prozent zulegte. Der Preisindex für Schweine gab im Vorjahresvergleich um 13,3 Prozent nach.

Energierohstoffe

Laut dem Statistischen Bundesamt verzeichneten die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Dezember folgende Entwicklungen: Die Preise für Erdgas (verflüssigt oder gasförmig) sanken im Vergleich zum Vormonat leicht um 1,5 Prozent. Der Preisindex für Erdöl ging um 1,6 Prozent zurück, der für Braunkohle um 4,5 Prozent. Trotz des Rückgangs der Erzeugerpreise für Erdgas seit der Energiekrise liegen sie aktuell immer noch rund 187 Prozent über dem Niveau von Anfang 2020.

Ausblick: Geschäftsklima

Der monatlich veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtiger Indikator für die Stimmung und Erwartungen in der Ernährungsindustrie. Im Januar stieg der Index gegenüber dem Vormonat leicht. Der Saldo des Geschäftsklimas erhöhte sich um 5,1 Punkte auf 89,3 Punkte und liegt damit weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100.

Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage gab geringfügig nach. Der entsprechende Saldo sank um 0,1 Punkte auf 87,3 Punkte. Dagegen verbesserten sich die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate: Der Erwartungssaldo stieg auf 91,2 Punkte.

Der Anteil der Unternehmen mit negativen Geschäftserwartungen überwiegt deutlich. Nur 18,8 von 100 Befragten rechnen mit einer Verbesserung, während 36,8 eine Verschlechterung erwarten.

Konsumklima und Verbraucherpreise

Das GfK-Konsumklima ist ein zentraler Indikator für die Verbraucherstimmung in Deutschland. Im Januar sank der Index von minus 23,4 auf minus 26,9 Punkte. Für Februar wird jedoch mit einer Erholung auf minus 24,1 Punkte gerechnet.

Im Dezember 2025 blieben die allgemeinen Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat gleich. Im Jahresvergleich lagen die allgemeinen Verbraucherpreise um 1,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

In der Ernährungsindustrie erwirtschaften knapp 6.000 Betriebe einen jährlichen Umsatz von 232,7 Mrd. Euro. Mit rund 658.000 Beschäftigten ist diese Branche bei den Beschäftigtenzahlen der viertgrößte Industriezweig Deutschlands und nach Umsatz sogar der drittgrößte. Dabei ist die Branche klein- und mittelständisch geprägt: 90 Prozent der Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie gehören dem Mittelstand an. Die Exportquote von 36 Prozent zeigt, dass Kunden auf der ganzen Welt die Qualität deutscher Lebensmittel schätzen.