335 Euro pro Monat: So sieht der deutsche Einkaufskorb aus

Neue Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, wie sich die Lebensmittelausgaben privater Haushalte zusammensetzen. Fleisch- und Fischprodukte stehen an der Spitze der Ausgaben. Bei den Getränken überwiegen alkoholfreie Produkte deutlich.

Frau legt Lebensmittel an der Supermarktkasse aufs Band.Quelle: Andrey Bandurenko / Adobe Stock

Fleisch, Fisch und Wurst bleiben die größte Ausgabenkategorie im deutschen Einkaufskorb. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes entfällt darauf mehr als jeder fünfte Euro, den private Haushalte für Nahrungsmittel ausgeben. Insgesamt gaben ein Haushalt im Jahr 2023 durchschnittlich 335 Euro pro Monat für Lebensmittel aus, hinzu kamen rund 75 Euro für Getränke.

Die 335 Euro sind ein Durchschnittswert je Haushalt. Während Ein-Personen-Haushalte im Schnitt 269 Euro monatlich für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aufwenden, sind es bei Zwei-Personen-Haushalten bereits 477 Euro. Haushalte mit fünf und mehr Personen kommen auf knapp 793 Euro im Monat.

Grundlage der Auswertung ist die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023. Knapp 10.000 Haushalte dokumentierten dafür ihre Ausgaben detailliert und ermöglichen damit einen umfassenden Einblick in die Struktur der Lebensmittelausgaben in Deutschland.

Balkendiagramm der Lebensmittelausgaben privater Haushalte in Deutschland 2023. Fleisch, Wurst und Fisch führen mit 22 Prozent, gefolgt von Getreideprodukten und Milchprodukten mit je 17 Prozent.

Fleisch und Fisch vorn, Brot und Milch knapp dahinter

Mit 22 Prozent entfällt im Durchschnitt mehr als ein Fünftel unserer gesamten Nahrungsmittelausgaben auf Fleisch, Wurst, Fisch und Meeresfrüchte. Damit stellen sie die größte Ausgabenkategorie dar.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen zwei Kategorien gleichauf mit je 17 Prozent: Getreide und Getreideerzeugnisse wie Brot, Reis und Nudeln sowie Milch, Molkereiprodukte und Eier. Gemüse, Kartoffeln und Hülsenfrüchte machen 14 Prozent aus, Obst und Nüsse insgesamt 9 Prozent. Für Zucker, Desserts und Süßwaren wenden die Haushalte im Schnitt 8 Prozent auf. Die verbleibenden 13 Prozent entfallen auf Speisefette, Speiseöle, Fertiggerichte und sonstige Nahrungsmittel.

Die Zahlen verdeutlichen die breite Nachfrage nach unterschiedlichen Lebensmittelkategorien. Gleichzeitig zeigen sie, dass traditionelle Grundnahrungsmittel und proteinreiche Erzeugnisse weiterhin einen großen Teil der Verbraucherausgaben auf sich vereinen.

Alkoholfreie Produkte leicht vor alkoholischen Getränken

Balkendiagramm der Getränkeausgaben privater Haushalte in Deutschland 2023. Erfrischungsgetränke und Wasser führen mit 24 Prozent, gefolgt von Wein mit 20 Prozent und Kaffee und Tee mit 19 Prozent.

Für Getränke gaben die privaten Haushalte durchschnittlich 75 Euro pro Monat aus. Mit 55 Prozent entfiel der größere Teil der Ausgaben auf alkoholfreie Getränke, während alkoholische Getränke 45 Prozent ausmachten.

Den größten Einzelposten bildeten Erfrischungsgetränke und Mineralwasser mit 24 Prozent der Getränkeausgaben. Kaffee und Tee erreichten 19 Prozent, Wein und weinhaltige Getränke 20 Prozent. Für Bier wurden 16 Prozent der Getränkeausgaben aufgewendet.

Die Ergebnisse unterstreichen die hohe Bedeutung sowohl des klassischen Getränkesortiments als auch von Kaffeeprodukten. Zugleich zeigt sich die weiterhin starke Nachfrage nach alkoholischen Getränken, die nahezu die Hälfte der gesamten Getränkeausgaben ausmachen.

Lebensmittel bleiben generell zweitgrößter Konsumposten

Die EVS-Daten zeigen zudem die Bedeutung von Lebensmitteln im gesamten Konsumbudget. Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren machten 14 Prozent der privaten Konsumausgaben aus und waren damit der zweitgrößte Ausgabenblock der Haushalte. Klar an der Spitze steht Wohnen einschließlich Energie mit 38 Prozent. Mobilität macht 12 Prozent aus, Freizeit, Sport und Kultur rund 9 Prozent. Im Schnitt geben private Haushalte etwas mehr als 3.000 Euro monatlich für privaten Konsum aus.

Vor dem Hintergrund der starken Preissteigerungen der vergangenen Jahre bieten die Ergebnisse eine wichtige Orientierung für Politik, Wirtschaft und Marktbeobachter. Sie zeigen, welche Produktgruppen für Verbraucher besonders relevant sind und wie sich die Ausgaben innerhalb des Warenkorbs verteilen.

 Solide Datenbasis, eingeschränkte Vergleichbarkeit

Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe wird alle fünf Jahre durchgeführt und zählt zu den wichtigsten Erhebungen der amtlichen Statistik. Grundlage für die EVS 2023 waren rund 9.965 Haushalte, die 14 Tage lang ihre Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren detailliert protokollierten.

Die Erhebung wurde in ihrer Methodik grundlegend überarbeitet. Erstmals konnten die Teilnehmer ihre Angaben vollständig digital per App erfassen, was zu einer genaueren Datengrundlage geführt hat. Allerdings schränkt eben diese Neukonzeption die Vergleichbarkeit mit früheren EVS-Erhebungen ein. Direkte Rückschlüsse auf Veränderungen gegenüber 2018 sind daher nur mit Vorbehalt möglich.

Strukturdaten mit wirtschaftlicher Relevanz

Für die Lebensmittelhersteller bestätigen die Daten die anhaltend hohe Nachfrage nach einem breiten Produktspektrum. Besonders Fleisch- und Fischprodukte, Molkereierzeugnisse sowie Getreideprodukte bleiben tragende Säulen des Lebensmittelmarktes. Gleichzeitig verdeutlicht die Ausgabenstruktur die Bedeutung eines vielfältigen Angebots, das unterschiedliche Konsumpräferenzen und Ernährungsstile bedient.

Die Ergebnisse liefern Unternehmen wichtige Anhaltspunkte für Marktanalysen, Sortimentsstrategien und Investitionsentscheidungen. Da die Konsumausgaben der privaten Haushalte einen wesentlichen Treiber der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage darstellen, gelten die EVS-Daten zudem als wichtiger Indikator für die Entwicklung des Binnenmarktes. Vollständige Ergebnisse der EVS 2023 sind über das Internetangebot des Statistischen Bundesamtes sowie die Datenbank GENESIS-Online abrufbar.

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